Einige Erwägungen für die Friedenskonferenz, ehe sie ihre Bedingungen endgültig festsetzt
Lloyd George, Britischer Premierminister, am 21. März 1919
"...Die Aufrechterhaltung des Friedens wird davon abhängen, dass keine Ursachen zur Verzweiflung vorhanden sind, die dauernd den Geist des Patriotismus, der Gerechtigkeit oder des „fair play" aufstacheln. Unsere Bedingungen dürfen hart, sogar grausam und selbst erbarmungslos sein, um Genugtuung zu erlangen, aber gleichzeitig können sie so gerecht sein, dass das Land, dem sie auferlegt werden, in seinem Herzen fühlen wird, dass es kein Recht zur Klage hat. Aber Ungerechtigkeit und Anmaßung, ausgespielt in der Stunde des Triumphes, werden nie vergessen und vergeben werden.
Aus diesen Gründen bin ich auf das schärfste dagegen, mehr Deutsche, als unerlässlich nötig ist, der deutschen Herrschaft zu entziehen, um sie einer anderen Nation zu unterstellen. Ich kann mir keine stärkere Ursache für einen künftigen Krieg vorstellen, als dass das deutsche Volk, das sich zweifellos als eine der kraftvollsten und mächtigsten Rassen der Welt erwiesen hat, rings von einer Anzahl kleiner Staaten umgeben werden soll, von denen viele aus Völkern bestehen, die noch nie vorher eine stabile Regierung aufgestellt haben, aber jeder breite Massen von Deutschen einschließt, die die Vereinigung mit ihrem Heimatland fordern. Der Vorschlag der polnischen Kommission, 2.100.000 Deutsche(*) der Aufsicht eines Volkes von anderer Religion zu unterstellen, das noch niemals im Laufe seiner Geschichte die Fähigkeit zu stabiler Selbstregierung bewiesen hat, muss meiner Beurteilung nach früher oder später zu einem neuen Krieg in Osteuropa führen ..."

Danzig, am 25. April 1919, nach bekannt werden der Bestimmungen des Versailler Vertrages. Diese sahen unter anderem vor, Danzig aus dem Deutschen Reich zu lösen, unter "internationale Kontrolle" zu stellen und so Polen nutzbar zu machen. Wie in Danzig kam es überall in Deutschland und Österreich zu wütenden Protestkundgebungen, die bald in ohnmächtigen Hass, bald in Verzweiflung umschlugen. Mehrere Millionen Deutsche wurden samt ihrer Heimat willkürlich an fremde und in der Regel extrem deutschfeindliche Staatsschöpfungen der Kriegsgegner ausgeliefert. Die Kriegsgegner Deutschlands praktizierten damit ohne mit der Wimper zu zucken genau das Gegenteil dessen, wofür sie angeblich den Krieg geführt hatten.
(*)Letztlich wurden 3.854.961 Deutsche allein unter polnische Herrschaft gezwungen. Über 20 Jahre hinweg bemühten sich ALLE deutschen Regierungen auf dem Verhandlungswege eine Milderung der Bestimmungen zu erreichen, während auf polischer Seite immer neue deutschfeindliche Handlungen unternommen wurden. Verkehrswege wurden unterbrochen, die deutsche Kultur zum Zwecke der Zwangspolnisierung unterdrückt, Gewalt gegen Deutsche und ihr Eigentum war an de Tagesordnung.
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Wie in Danzig, kam es im gesamten Deutschen Reich zu spontanen Protestsürmen. Das Bild oben gibt einen Eindruck der Demonstrationen in Beuthen, das Bild unten von den Demonstrationen in Schneidemühl. Zu vergleichbaren Massenkundgebungen gegen die Grenzziehungen und für einen gemeinsamen, ungeteilten deutschen Staat kam es auch im Sudetenland und in Österreich. |
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Während die demokratischen Regierungen der Weimarer Republik der Bevölkerung eine Demütigung nach der anderen zu vermitteln hatten, sollten die Nationalsozialisten unter ihrem Führer Adolf Hitler von einem Erfolg zum nächsten eilen. Alles was zuvor unerreichbar schien, wurde unter Hitler beinahe selbstverständlich. Niemand hat mehr zum Erfolg der Nationalsozialisten beigetragen, als die alliierten Siegermächte mit ihrem lange vorbereiteten Krieg gegen das kaiserliche Deutschland, den alles vergiftenden Versailler Bestimmungen und ihrer wohlwollenden Zurückhaltung gegenüber Hitler.
Die auf den obigen Bildern wiedergegebene, ziemlich repräsentative Stimmung zeigt auch deutlich, wie grotesk die von den Siegermächten später etablierte Legende von der gewaltsamen Annektierung des Sudetenlands oder Österreichs ist, die in Wirklichkeit nichts als eine viel zu späte Verwirklichung von deren Selbstbestimmungsrecht war. Die Grenzziehungen des Versailler Vertrages (wie auch die nach dem Zweiten Weltkrieg) verfolgten nur einen Zweck, den lästigen Konkurrenten Deutschland zu Schwächen, egal wie, und sei es, indem man durch Willkür und ungerechte Grenzen nützlichen Hass zwischen Deutschland und seinen Nachbarn säte. Opfer dieser perfiden, menschenverachtenden Politik wurden dabei beide Seiten, das Deutsche Reich ebenso wie seine instrumentalisierten Nachbarn.




