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Wladimir Iljitsch Lenin und Josef Stalin 1922 im Garten von Lenins Datscha in der Nähe von Gorki
Wladimir Iljitsch Lenin und Josef Stalin 1922
im Garten von Lenins Datscha in der Nähe von Gorki

Lenin in einer Rede auf dem allrussischen Sowjetkongreß im Dezember 1920 zur Politik der Sowjetunion gegenüber dem Deutschen Reich:  

"Dieses Land, das durch den Versailler Vertrag gebunden ist, lebt unter Bedingungen, die es ihm nicht erlauben zu existieren. Und in dieser Lage wird Deutschland natürlicherweise zu einem Bündnis mit Rußland gedrängt. Als die russischen Armeen sich Warschau näherten, war ganz Deutschland in Gärung. Ein Bündnis mit Rußland war für ein unterdrücktes Land, das die Möglichkeit hat, gigantische Produktionskräfte in Bewegung zu setzen, eine Aussicht, die dazu diente, in Deutschland politische Verwirrung hervorzurufen; die deutschen schwarzen Hundertschaften marschierten Seite an Seite mit den russischen Bolschewisten und den Spartakisten2).  

Unsere Außenpolitik besteht - solange wir noch allein sind und die kapitalistische Welt stark ist - in dem Zwang, Uneinigkeiten auszunützen. Unsere Existenz hängt erstens von dem Bestehen einer radikalen Spaltung im Lager der imperialistischen Mächte ab und zweitens von der Tatsache, daß der Sieg der Entente und der Versailler Frieden die große Mehrheit der deutschen Nation in eine Lage geworfen hat, in der sie nicht leben kann . . . 

Die deutsche Bourgeois-Regierung haßt die Bolschewisten tödlich, aber die Interessen der internationalen Lage treiben sie gegen ihren eigenen Willen zum Frieden mit Rußland." 

1) Das Reparationsprotokoll vom 3. V. 1921 setzte die gesamte Reparationsverpflichtung Deutschlands auf 132 Milliarden Goldmark fest. Am 11.5., 24 Stunden vor Ablauf des im alliierten Ultimatum vorgesehenen Termins, erklärte sich die neue Reichsregierung unter Dr. Wirth mit Billigung des Reichstages bereit, die von den Alliierten geforderten Bedingungen anzunehmen.
2) Lenin spielt auf die Tatsache an, daß sich im Sommer 1920 deutsche Freiwillige zur Roten Armee meldeten, als diese auf Warschau vorstieß. (Carr, S. 50)