Literaturhinweise
Freiheit ohne Freiheit des Informations- und Gedankenaustauschs gibt es nicht. Zur Freiheit des Informationsaustauschs gehört die Möglichkeit, sich über Sachverhalte und Meinungen beliebig informieren zu können, wie auch die aktive Information, also seine eigenen Erkenntnisse und Meinungen anderen frei und ohne Befürchtung von Nachteilen mitteilen zu dürfen. Dies schließt ausdrücklich das Recht auf Irrtum ein, denn welcher Mensch kann für sich in Anspruch nehmen, alles zu Wissen oder die absolute Wahrheit zu kennen. Vielmehr kann jede Äußerung immer nur den momentanen Stand der Überlegungen darstellen und beinhaltet demzufolge immer, auch wenn Sie formal als Aussage formuliert sein mag, eine Frage an die anderen, eine Aufforderung zum Dialog mit dem Ziel einer weiteren Annäherung an die Wahrheit. Aus dieser Einsicht heraus lehne ich jede Form der Zensur, auch die vermeintlich "gut gemeinte" ab, denn es gibt keine freie Meinungsbildung, wenn die meinungsbildenden Informationen zuvor gefiltert wurden.
In diesem Sinne soll hier vor allem auf solche Literatur hingewiesen werden, die Gedanken und Informationen zur deutschen Geschichte beisteuert, die man im Mainstream orientierten Sortiment der Buchhandelsketten und staatlich gestriegelten Leihbibliotheken vergeblich suchen wird.
- Russell Grenfell: Die "deutsche Kriegsschuld" und die Zukunft Europas
Wir müssen danach fragen, wer die größere Rechtfertigung für sich hat - ein Staat (Österreich), der sich dagegen wehrt, auseinander gesprengt zu werden, oder ein Staat (Serbien), der begierig ist, seine Macht durch die Zerschlagung seines Nachbarn auszudehnen. Das war die wirkliche Frage zwischen Österreich und Russland. Ich selbst möchte darauf antworten... dass die Rechtfertigung auf Seiten Österreichs, der Angriff auf Seiten Russlands liegt. Als nächsten Punkt kommen wir zu Deutschland. Gegen Deutschland hat sich der größte Teil der moralischen Empörung der Siegermächte gerichtet. Nach unserer Analyse der Tatsachen sollte es klar sein, dass dies nicht gerechtfertigt ist... Die Ententemächte sagen, dass der Angriff in der deutschen Rückendeckung für Österreich bestand. Die Deutschen sagen, der Angriff bestand in der russischen Rückendeckung für Serbien... Nach meiner Auffassung ist die deutsche Stellungnahme die vernünftigere... weiter
- Winfried Martini: Der Sieger schreibt die Geschichte.
Der Hamburger Psychologe Peter R. Hofstätter bemerkte einmal, man könne wohl ein Pensum, nicht aber eine Vergangenheit »bewältigen«. Daher sei dies auch noch keinem Volk gelungen... weiter
- Dr. Peter Kleist: Auch Du warst dabei
Dieses Buch wird mir wenig Freunde machen. Es wird ein Ärgernis sein für die 90 Prozent der Deutschen, die schon immer dagegen waren, und es wird ein Ärgernis sein für die 90 Prozent der Deutschen, die einmal Ja gesagt haben. ... Aber ich glaube, dass ein Ärgernis zur rechten Zeit besser ist als eine Katastrophe zu unrechter Zeit... weiter
- Bertolt Rubin (Hrsg.): War Deutschland allein Schuld?
Die Behauptung, Deutschland trage die Alleinschuld am Ausbruch der Weltkriege, wurde von den Siegermächten als Dogma in Artikel 231 des Versailler Vertrages bzw. im Urteil des Nürnberger Militärtribunals festgelegt. In der Weimarer Zeit regte sich von allen politischen Parteien und gesellschaftlichen Kräften getragener Widerstand gegen den Vorwurf deutscher Alleinschuld. Die ausschließliche Schuld am Ausbruch des Völkerringens 1939 jedoch ist in den deutschen Nachkriegsstaaten bis heute mit einem Tabu belegt. Als ursächlich muss zum einen das Ausmaß der Niederlage von 1945 angesehen werden, zum anderen aber auch Opportunismus den Mächtigen gegenüber. Dieses buch enthält eine Fülle von Argumenten gegen die Alleinschuld Deutschlands am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, ohne dass es die Mitschuld der damals in Berlin Regierenden verleugnen würde. Der Leitgedanke ist, auch dem besiegten deutschen Volk Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. weiter
- Karl Helfferich: Der Weltkrieg.
Ausgabe in einem bzw. drei Bänden. Erschienen in den 1920er Jahren und damals nur erhältlich bei Wilhelm Schille & Co., Karlsruhe im Breisgau. Die Ausgabe hat 742 Seiten. Das Buch befasst sich mit dem ersten Weltkrieg und seiner Vorgeschichte, etwa seit Bismarcks Entlassung im Jahr 1890. Es ist sehr gut zu Lesen und erklärt die damalige Situation sehr anschaulich, so dass der Leser ein ausgewogenes Bild von den damaligen Ereignissen erhält.
- Richard Chaim Schneider: Fetisch Holocaust.
Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust wird immer mehr durch persönliche Interessen, Betroffenheitsbekundungen und Vermarktungsstrategien geprägt.
Die Folge sind Spiegelfechtereien über die Geschichte; Opfer, Täter und vor allem die oft auch für die Siegermächte unbequemen Fragen nach den Ursachen geraten dabei aus dem Blickfeld ... weiter
- Ulrike Meinhof: Die Würde des Menschen ist antastbar.
Beim Namen Ulrike Meinhof denkt man unwillkürlich zuerst an Rote Armee Fraktion, Mord und Terrorismus. Nun ist Frau Meinhof sicher nicht als Terroristin auf die Welt gekommen, man darf sogar sagen, den weitaus größten Teil ihres Lebens verbrachte sie als respektabler Teil unserer Gesellschaft. Aus dieser Zeit stammt ihr erstmals 1965 erschienenes Buch "Die Würde des Menschen ist unantastbar", in dem sich auch ein Artikel über alliierten Holocaust in Dresden befindet, dem bis zu den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki größten und effektivsten Massenmord an Zivilisten in der Kriegsgeschichte: nie wurden in kürzerer Zeit mehr Zivilisten ermordet und mehr Kulturgüter unwiederbringlich vernichtet als in Dresden. Ich habe den Artikel deshalb ausgewählt, weil er die sinnlose Barbarei der angloamerikanischen Kriegsführung recht nüchtern und knapp zusammenfasst, ohne dass es den heute mehr denn je aktiven menschlichen Lautsprechern der Siegermächte gelingen könnte, die Autorin und damit den Inhalt des Artikels als rechte Propaganda zu verunglimpfen ... weiter