Anzeige    

Preussische Allgemeine Zeitung Probeabo

Horizonterweiterung aus Nordost

 

Trennlinie

 

Logo Deutschlanddokumente

Unbequeme Erkenntnisse inbegriffen.

 

Trennlinie

 

 

 

 

Otto von Bismarck

Otto von Bismarck

Ansprache vom 31. Juli 1892, gehalten auf dem Marktplatz von Jena:

»... Diese Kriege [1866 und 1870-1871] waren notwendig; nachdem sie aber geführt worden sind, halte ich es nicht für nötig, daß wir weitere Kriege führen. Wir haben in ihnen nichts zu erstreben. Ich halte es für frivol und ungeschickt, wenn wir uns in weitere Kriege hineinziehen lassen, ohne durch fremde Angriffe dazu gezwungen zu werden. Dann allerdings werden wir auch so stark sein, wie Deutschland in der Mitte von Europa es ist, d. h. es wird seinen Nachbarn, auch wenn sie sich verbinden, gewachsen sein. Aber nur im Defensivkrieg. Aggressive Kabinettskriege können wir nicht führen. Eine Nation, die in der Lage ist, sich zu einem Kabinettskriege zwingen zu lassen, hat nicht die richtige Verfassung. Ein Krieg, auch ein siegreicher, hat für die Nation keine wohltuenden Folgen.

Wir haben uns, nachdem wir den notwendigen Krieg von 1870 beendigt hatten, angelegen sein lassen, zu verhindern, daß weitere Kriege geführt würden, um vor allem dem neuen Deutschen Reiche den Frieden zu erhalten, weil der innere Ausbau des Reiches unsere Tätigkeit voll in Anspruch nahm, ja sogar eine gewisse diktatorische Tätigkeit verlangte, die ich jedoch nicht als dauernde Institution eines großen Reiches betrachtet sehen möchte. ...«

(Bismarck, Gesammelte Werke, Bd. 13, S. 473 ff.)