

Mit dem Bau des Berliner Stadtschlosses wurde bereits im Jahre 1443 durch Friedrich von Hohenzollern, dem Markgraf von Brandenburg begonnen. Ab 1470 wurde das Schloss zur festen Residenz der Kurfürsten und zum Sitz der obersten Behörden und Gerichte. Dies jedoch gegen den erbitterten Widerstand der Berliner Bürgerschaft, die durch die unmittelbare Präsenz des Kurfürsten einen Verlust ihrer bürgerlichen Freiheiten befürchtete. Eine Vermutung, die sich als zutreffend erweisen sollte, denn tatsächlich wurden die Rechte und Einfluss der Bürgerschaft in der Folgezeit nach und nach beschnitten. Immer nur Stückchen weise, nie so viel auf einmal, dass sich ernsthafter Widerstand formieren konnte, aber auf Dauer und im Ergebnis doch recht nachhaltig. Über Jahrhunderte hinweg und bis in die jüngste Vergangenheit wurde das Schloss immer wieder umgebaut und erweitert. Im Zweiten Weltkrieg wurde es durch die alliierten Luftangriffe stark, aber nicht entscheidend beschädigt und erst im Jahre 1955 durch den SED-Vorsitzenden Walther Ulbricht gesprengt, um Platz für einen Paradeplatz nach Moskauer Vorbild zu schaffen.
