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Der italienische Dichter Gabriele D'Annunzio agitiert für einen Krieg Italiens gegen seine bisherigen Verbündeten.
Am 20. Mai 1882 nehmen das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn Italien in den seit 1879 bestehenden Zweibund auf. Die Aufnahme erfolgt auf Wunsch und Initiative Italiens, das trotz seiner staatlichen Einigung bis dahin in Europa weitgehend politisch isoliert ist. Zahlreiche politische und diplomatische Misserfolge prägten bis dahin die italienische Politik. So konnte Italien seine territorialen Ansprüche auf dem Berliner Kongress von 1878 nicht durchsetzen, und musste drei Jahre später die Besetzung Tunesiens durch französisches Militär hinnehmen, obwohl sich dort bereits einige Tausend Italiener niedergelassen hatten, um eine Annektierung des Landes durch Italien vorzubereiten. Enttäuscht von der bis dahin eifrig umworbenen Regierung in Paris wendete sich der italienische König Umberto I. daraufhin von Frankreich ab und dem deutsch-österreichischem Zweibund zu.
Bis zum Ersten Weltkrieg wurde der Dreibund in seiner Funktion als friedenssicherndes Verteidigungsbündnis, vor allem gegen die beständige kriegerische Bedrohung seitens Frankreichs, aber auch gegen den russischen Expansionsdrang auf dem Balkan mehrfach erneuert. Nominell trug der Dreibund damit über 32 Jahre hinweg wesentlich zur Friedenssicherung in Europa bei, verlor jedoch seit der Jahrhundertwende durch das diplomatische Doppelspiel Italiens zunehmend an Bedeutung, dass bereits 1902 ein Geheimabkommen mit Frankreich geschlossen hatte. Endgültig zerbrach er in dem Moment, für den er eigentlich begründet wurde, nämlich zu Beginn des Ersten Weltkriegs, mit der Neutralitätserklärung Italiens, der nicht einmal ein Jahr später der Kriegseintritt Italiens auf Seiten der Kriegsgegner folgte.
Frankreich und, nicht unwahrscheinlich, auch seine späteren Bündnispartner waren also bereits mehr als ein Jahrzehnt vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges über den späteren italienischen Seitenwechsel "zur größten Unzeit" informiert. Das Italien in den Jahren bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges weiter im Dreibund blieb und Bündnistreue heuchelte, war eher ein taktischer Vorteil. Hätte Italien den Dreibund bereits mit seiner Hinwendung zu Frankreich, also zur Jahrhundertwende verlassen, hätten sich Österreich-Ungarn und das Deutsches Reich möglicher Weise noch auf die neue, hierdurch äußerst bedrohliche Lage einstellen können. Der Seitenwechsel eines strategisch wichtigen Verbündeten während des ersten Kriegsjahres bedeutete jedoch militärisch wie psychologisch den größten Schaden. Die Frage, ob der Erste Weltkrieg ohne den Verrat Italiens nicht stattgefunden hätte, lässt sich kaum beantworten. Ohne Zweifel wäre die französisch-russische Politik ohne diese einschneidende Machtverschiebung aber weitaus weniger kriegsfreudig gewesen.