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Otto von Bismarck

Das Brandenburger Tor in Berlin um 1900

Besonders erfreut war Carl Gotthard Langhans, der Erbauer des Brandenburger Tors, über die Wahl des Standortes. Seiner Meinung nach konnte es keinen besseren geben: in Bezug auf das architektonische Stadtbild, aber auch für sich genommen. Vielleicht war dies auch einer der Gründe, warum das Brandenburger Tor letztlich zum schönsten der damals immerhin 18 Stadttore von Berlin geriet. Heute ist es das einzige noch erhaltene.

Als Vorbild für seinen Entwurf dienten Langhans die Propyläen, die Vorhallen der Athener Akropolis. Es war damit das erste nennenswerte Berliner Bauwerk, dass sich an Vorbildern der griechischen Antike orientierte und deren Pracht Berlin später den Beinamen "Spree-Athen" eintrug. Der Bau wurde im Jahr der französischen Revolution, 1789, begonnen und nach vier Jahren 1793 fertig gestellt.

Die beiden flankierenden Seitengebäude waren ursprünglich Wachhäuser, an denen sich rechts und links die Stadtmauer anschloss. Als diese 1867/68 abgerissen wurde, schuf man Fußgängerdurchgänge entlang der Wachhäuser und wertete dieselben durch den nachträglichen Anbau der Säulenhallen architektonisch auf. Nach seiner architektonischen Anlage kehrt das Tor die Bedeutung mittelalterlicher Stadttore um und symbolisiert die Offenheit und geistige Freizügigkeit einer jungen, selbstbewussten Residenzstadt. Über den dorischen Säulen und der abgetreppten Attika thront die 5 Meter hohe Quadriga mit der Siegesgöttin. Entworfen wurde sie von Gottfried Schadow und in Kupfer getrieben von Emanuel Jury. Nicht ganz zufällig wird in den Reliefs die Göttin Victoria als Friedensbringerin und die Friedenszeit als Zeit kultureller Blüte dargestellt, denn neben dem inzwischen eingebürgerten Namen Brandenburger Tor war zu Anfang auch die Bezeichnung "Friedenstor" gebräuchlich.

Nachdem die Armeen Napoleons 1807 die deutschen Kleinstaaten erfolgreich überrannt und große Teile Europas in ihre Gewalt gebracht hatten, ließ Napoleon die Quadriga abschlagen und nach Paris schaffen, von wo sie jedoch nach den erfolgreichen Befreiungskriegen 1814 im Triumpfzug nach Berlin zurück geholt wurde. Da sie so zu einem Symbol des Sieges in den Befreiungskriegen geworden war, ließ Schinkel, einer der bedeutendsten Architekten Berlins im Zuge der notwendig gewordenen Restaurationsarbeiten ein Eisernes Kreuz in den Siegeskranz einfügen.

Nach den Beschädigungen des Zweiten Weltkrieges in den 50er Jahren notdürftig restauriert, stand das Tor von 1961 bis 1989 im Niemandsland der DDR-Grenzbefestigungen. Nach dem Fall der Berliner Mauer wurde es 1990/91 mit großer Sorgfalt erneut restauriert und erhielt sein heutiges Erscheinungsbild. Seit dieser Zeit arbeitet man auch an der Rekonstruktion des Pariser Platzes, zu dessen umschließender Bebauung das Tor ebenso gehört, wie die im und nach dem Weltkrieg zerstörten Gebäude des berühmten Hotels Adlon, die Berliner Kunstakademie oder das Wohnhaus des Malers Max Liebermann.

das Brandenburger Tor im Jahre 1764

Und so sah es früher einmal aus: das Brandenburger Tor im Jahre 1764 nach einer Originalradierung von D. Chodowieki